Der Schock kam – Aber es war nicht die Kultur.

Der Kulturschock – Ein Phänomen, das oft erwähnt beschrieben und vor gewarnt wird. Egal wie viel Freunde, Familie und Fremde darüber erzählen, es bleibt doch eine recht persönliche Sache. Man erwartet es zwar aber wenn es einen dann trifft ist es anders als gedacht. Da ich das auf den Philippinen in 2010 schon einmal erlebt hatte wie das ganze aussieht hab ich gedacht, dass ich diesmal schlauer bin und hoffentlich davon verschont bleibe. Es hat alles nichts geholfen. Der Schock kam und ich war wiedermal unvorbereitet. Wie kann man für etwas vorbereitet sein, dass man selber nie erlebt hat und das so abstrakt ist?

Bis Juli habe ich meine gesamte akademische Karriere (wenn man es Karriere nennen kann) am UCM verbracht. Ein sehr einzigartiger Ort wie ich herausgefunden habe. Wie auch immer, Ich hab schon oft jenes angenommen aber nie wirklich hundert Prozent geglaubt, da ich keinen wirklich Vergleich hatte. Der Einfachheit halber, lass uns einfach mal annehmen, dass ich eine bestimmte Lernkultur gewohnt bin.

Die UCM-Kultur besteht aus 2 Säulen. Die erste Säule sind die Studenten und die zweite die Mitarbeiter. Was die Studenten angeht ist es wichtig zu erwähnen, dass wir alle auf unsere eigene Art und Weise ambitioniert sind. Wir wollen UCM mit einem guten Abschluss hinter uns bringen (Die anderen verlassen uns meistens nach dem ersten oder zweiten Semester). Dazu kommt, dass jeder, der mindestens einmal auf der Abschlusszeremonie war, einfach davon überwältigt und eingeschüchtert ist zu sehen mit welch guten Noten der Jahrgang abschließt. Trotz des Drucks und der Ambitionen viel zu tun, sind wir dennoch froh, wenn wir mal ein bisschen Ablenkung bekommen. In Verbindung mit den lebhaften, ambitionierten und facettenreichen Studenten stehen die Mitarbeiter vom UCM. Ich muss zugeben, dass ich nicht immer ganz verstanden habe, was am UCM hinter verschlossenen Türen besprochen und entschieden wurde. Ich hatte das Gefühl von einer Blackbox zu lernen und hatte mehr Transparenz erhofft.

Dieses Weltbild wurde aber in der Luft zerrissen. Jetzt bin ich teil eines Uhrwerks, das einfach vor sich her rattert. Ich bin geschockt. Der Kulturschock kam aber so wie ich meine soziale Seite versucht habe auf einen Kulturschock vor zu bereiten bekam ich ein Messer in den Rücken. An einer Universität zu studieren, die 25.000 Studenten hat, bedeutet viele Kompromisse. Man ist den Professoren und Dozenten bei weitem nicht so nahe wie am UCM. Ich sitze in meinen Vorlesungen jetzt mit mehreren hundert Studenten wobei ich am UCM nur in zwei Kursen erlebt habe, dass unser 100-Mann Vorlesungssaal nicht ausreichte. Wenn das UCM eine Blackbox ist, dann ist die Universität hier ein Schwarzes Loch.

Und lass mich gar nicht erst anfangen mit den Studenten… gerade will ich einfach gemütlich im Gemeinschaftsraum vom UCM sitzen und hunderte von Seiten über Politik lesen.

Zum Schluss genießt noch mal ein paar Bilder, die nichts mit diesem Beitrag zu tun haben. Das erste ist ein Bild von meinem Haus, gefolgt von ein paar Bildern vom Strand in Glenelg (lest es rückwärts!).

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