That was the Turning Point, Oh what a (holy) night.

Weihnachten feiere ich nicht hier. Das Fest der Liebe ist für die Familie bestimmt, so heißt es in aller Munde. Auf Weihnachtskarten findet man zahlreiche Sprüche für Familienmitglieder, die Übersee leben. Es gehört hier zu den normalen Verhältnissen, dass man auswandert, in einem fremden Land arbeitet, von der Familie wegzieht, um bessere Jobs und Aussichten zu haben. Das Wieso und Warum in der Sache, würde den Rahmen dieses Eintrags sprengen. Fakt ist, dass in jeder Familie mindestens einer aus der Familie im Ausland arbeitet und lebt, meistens in den USofA.
Mir geht es dieses Jahr ähnlich, kein Fest im gewohnten Maß. Nicht mit der Familie, sondern in dem wohl kleinsten schönsten Kreis, zwar nicht alleine(eng., lonely) sondern zu zweit; nicht zu Hause sondern in Sydney. Ich fühle mich wieder als wäre ich 5 oder 6 Jahre alt und zähl die Tage runter bis es weihnachtet. Etwas, das ich schon so lange nicht mehr gemacht habe. Oh what a holy night.

„That was the Turning Point“ heißt es nun und das ist der größere Teil meines Eintrages. Der neuste Mensch in Maltes und meinem Leben ist Pheobe. Sie organisiert, manipuliert und diktiert unser Leben. So negativ es auch klingen mag ist es doch eine positive Wendung zu unseren Gunsten. Pheobe ist in Sunshines Alter und wir haben sie nur durch Zufall kennen gelernt, als wir ihr spontan als Werbung für ihr College dienen sollten. Vom Charakter her ähnelt sie einer Ameise, immer auf Trab keine Zeit zum Ausruhen. Ihr aufgewecktes Gemüt und der ständige Drang etwas ins Laufen zu bringen hilft uns ungemein weiter. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir uns wunderbar mit ihr verstehen und von der ersten Sekunde an in ihr Team aufgenommen wurden.
Nach der ersten Aktion für ihr College, bot sie uns an an ihrem College Kurse zu belegen, da wir ihr geholfen hatten und sie uns möge. Als wir dann im Gespräch auf unsere Situation zu sprechen kamen war für sie sofort klar, dass wir uns in ihrem College einschreiben können, umsonst natürlich, um anschließend ein Studenten-Visum, das 12 Monate gültig ist, zu bekommen. Hätten wir sie vorher kennen gelernt, dann hätten wir schon einiges an Geld, das wir in unsere Verlängerungen gesteckt haben, gespart.

Grüße an Jaleh und Hennes
Nun belegen wir einige Kurse an ihrem College und sind mitten in der Bewerbung für das Studentenvisum, dessen Papierkram, der noch vor uns liegt, jetzt in den nächsten Tagen abgearbeitet wird. Wir belegen Computer Architecture, Computer Concept und Adobe Photoshop. Nicht meine Traumkurse aber, da ihre Institution (Digitech College) ein Technologie College ist, war die Auswahl nicht gerade groß was andere Gebiete anging. Im Januar werden wir eventuell noch einen dritten Kurs „belegen“. Es wird eher Privatunterricht in C++-Programmierung, da keine anderen Interessenten für den Kurs angemeldet sind.
Im Genezug zu all den Vorteilen, die wir durch ihre Position haben, erklären wir uns bereit bei Promotionen für ihr College zur Verfügung zu stehen. Es macht halt einfach einen besseren Eindruck, wenn du dein College als international präsentierst. Das versteht sich glaub ich von selbst.
Zum Schluss bleibt dazu nur noch zu sagen, dass Pheobe die Macht hat uns rund um die Uhr zu beschäftigen. Auch wenn man am Ende des Tages manchmal das Gefühl hat nichts geschafft zu haben, hat man trotzdem ein gutes Gefühl und man erlebt immer was anderes. Es ist nicht mehr das zu Hause sitzen, sondern das ganz eigene Gefühl von Erlebnis.

Lantern Parade
Neben diesen großen Veränderungen gibt es auch genug kleine Sachen, die man nicht vergessen sollte zu erwähnen. Zum Beispiel haben wir vor einigen Wochen die fröhliche Nachricht bekommen, dass wir bald Gastonkel werden. Es dauert noch bis Ende Juli, das bedeutet, es ist wirklich ganz knapp vor unserem Abflug am 8. August. Bei unserem Rückflug bleibt uns auch der 12 Stunden Aufenthalt in Doha erspart. Wir fliegen quasi gleich weiter und sind so nach circa 17h wieder in good ol’ Germany; um 22Uhr landet mein Flieger in Bremen. Immer noch der 8. August! Unglaublich, oder? Ich weiß!
So viel Informationen in einem kleinen Absatz, ich hoffe ich verlange euch da nicht zu viel ab und ihr könnt alles gut verarbeiten!

Nun sitze ich hier in Manila, man kommt halt doch nicht davon los, und schreibe diese Zeilen. Wenn ich es mit dem Anfang vergleiche ist es doch ein ganz anderes Gefühl, wenn ich hier durch die Gegend spaziere. Man sieht eben doch alles anders, wenn man gut gelaunt ist. Ich habe vor Allem festgestellt, dass diese überfüllte Stadt bei Nacht nochmal komplett anders aussieht. Manchmal bleibt man einfach stehen und schaut dem Verkehr zu.

Mal sehen was ich euch dann im nächsten Eintrag, den ich voraussichtlich im Februar schreiben werde, zu berichten habe. Bis dahin wird hier sicherlich einiges passieren, und eventuell wird bis dahin wieder alles anders kommen. Sicher ist, dass ich euch dann über unsere Mid-Term-Evaluation berichten werde. Ziel der Evaluation ist das letzte halbe Jahr zu verwerten und zu bewerten, damit wir auch ja etwas lernen.

Ein Gedanke zu „That was the Turning Point, Oh what a (holy) night.“

  1. …. kaum zu glauben, das dass geht, oder? Eine Ameise diktiert euer Leben und schafft es euch rund um die Uhr zu beschäftigen ?!?! Nun denn, es ist ja auch die Zeit des Glaubens und der Wunder ;-)) Toller Blogeintrag – mein Jan 😉 und die Collegegeschichte klingt doch nach einem echten Geschenk für euch! Super ! Aber jetzt ersteinmal ein (be-) sinnliches Weihnachtsfest im wohl schönsten, kleinen Kreis und eine tolle Zeit in Sidney!! ( und natürlich ALLES GUTE für´s neue Jahr, das fängt doch schon mal gut an 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.