Meine Arbeit und das Haus!

Nach einer Woche Lucena denke ich, dass es Zeit ist die Eindrücke und das Leben hier in Worte zu fassen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht womit ich anfangen soll. Was ist wichtiger oder was ist schöner? Was ist interessanter oder dringlicher?
Ich machs chronologisch, also erst Familie und das Haus und danach Eindrücke der Arbeit!

Wie gesagt, letzten Samstag kamen wir nach Lucena und freuten uns tierisch darauf endlich unsere Gasteltern kennen zu lernen, unser Zimmer zu sehen und eventuell auch endlich die Koffer zu entpacken. Doch dazu kams nicht, wir erfuhren erst hier, dass wir eigentlich gar nicht mit Lloyd und Sunshine zusammen wohnen werden sondern in einem kleinen Apartment wohnen bis die beiden im Haus alles geregelt haben und unser Zimmer fertig ist. Das Apartment war in einem LILA Haus und das Zimmer war ca. 6m² groß. Wir zeigten natürlich sofort unseren Unmut, weil wir uns nicht mehr rumschubsen lassen wollten.
Das Resultat war, dass wir gingen und ein kleines Meeting im Haus der beiden hatten. Es wurde nur Tagalog gesprochen und wir kapiert natürlich nichts. Um so größer war dann die Überraschung, als sie uns in einen völlig verdreckten und zugestellten Raum führten und uns fragten, ob wir es uns vorstellen können hier zu wohnen oder doch lieber das 6m² Zimmer. Natürlich wird das Zimmer vorher renoviert und alles. Wir fingen an zu lachen und sagten, sofort, dass dieses Zimmer auf jeden Fall unser favourit ist und wir hier mit den beiden wohnen wollen, um auch eine Gastfamilie zu haben.

Zu der Zeit wussten wir nichts von unserem Glück, wir hatten einfach gedacht, ja eine Gastfamilie ist super, die nehmen wir. Mitlerweile hat sich einiges heraus gestellt. Unsere beiden Gasteltern sind Anwalt(Sunshine) und Gartenarchitekt(Lloyd). Allerdings arbeitet Lloyd mit Immobilien und kümmert sich nur hobbymäßig um Gärten und Stadtanlagen. Sunshines Vater, der leider vor 5 Jahren gleichzeitig mit ihrer Mutter verstab, war der ERSTE Bürgermeister von Lucena City nachdem 1986 die Diktatur gestürzt wurde und die Philippinen Demokratisch wurden. Und Somit ist der Name Abcede in der ganzen Stadt bekannt und egal wo man hingeht wird man lieb und höflich begrüßt sobald Sunshine dabei ist.

Nun zum Haus, das wir ab jetzt unser Heim nennen. Es ist zweistöckig und weitläufig, genug Platz um mal seine Ruhe haben zu können meint man. Doch Sunshines Haustür ist immer offen. Ihre Freunde und Familienmitglieder leben so gut wie hier. Es ist eine Art Haupquartier für alle, die Sunshine gut gesonnen sind und es wird immer genug gekocht, um mindestens das doppelte der geplanten Gäste zu versorgen. Das war auch schon oft wirklich von nöten, weil plötzlich ein Bekannter während des Mittagessen in der Tür stand.
Es ist ein Platz zum wohlfühlen und der Gemeinschaft. Ich liebe es hier 🙂

Die Arbeit ist dazu genau passend, da so ziemlich alles in Sunshines und Lloyds Leben auf die Bibliothek gerichtet ist und auf freiwillige Arbeit. Sie starteten das Projekt im Februar 2010 und haben seitdem den umliegenden Spielplatz restauriert und die Bibliothek mit Büchern gefüllt. Ein bekannter Maler spendierte den Innenanstrich, doch leider fehlen noch Regale und genügend Tische und Stühle für die Kids. Hoffentlich werden wir mit den Vorbereitungen bis zum 4. Oktober fertig, da wir dann eigentlich eröffnen wollen!

Unterstützung bekommen wir von einigen NSTP Studenten(National Service Training Program; vergleichbar mit Zivildienst) und den Freunden, die Sunshine um sich scharrt! Spenden kann jeder, der helfen möchte. Egal ob eine Geldspende oder in Form von Büchern, Holz oder Farbe. Es ist eigentlich alles erwünscht!

Wenn ihr gerne verfolgen wollt, was hier abgeht und wie sich die Bibliothek entwickelt, dann guckt euch doch einfach die Facebookseite an:

Ich hoffe ihr habt nun einen Eindruck davon wie ich hier lebe und seid zufrieden! Bei Fragen mailt einfach an jan.steinke@gmail.com

Manila neigt sich dem Ende zu!

Ich bin in meiner Gastfamilie angekommen und wohne jetzt glücklich und zufrieden in Lucena. Noch nicht, aber vielleicht ab morgen.

Erstmal zu den Ereignissen der letzten 2 Wochen! Man, da scheint bei mir ja schon eine gewisse Regelmäßigkeit zu sein!
Nachdem ich also mit den 4 anderen in Cebu war und dort der Urlaub begann, bin ich mit Malte und Franzi weiter auf eine kleinere Nachbarinsel, die wir eigentlich einmal umrunden wollten, aber im Endeffekt dann doch gelassen haben!
Wir suchten uns ein hotel, dass nahe am Strand war und unserem Budget entsprach und genossen das Wochenende mit Schwimmen, Sonnen, Schnorcheln, Essen gehen und einer Tour zu den Sehenswürdigkeiten der Insel.

Nachdem das Wochenende zu Ende war stiegen Malte und ich in den Flieger nach Manila und für Franzi bedeutete das ein Good-Bye. Sie Flog weiter nach Singapur, um ihre Weltreise zu beenden. In 2 Wochen wollte sie wieder zurück in Österreich sein, da ihr Studium weiter geht. Zurück in Manila genossen wir erstmals die wunderbare Taxifahrt durch Makati, eine Stadt in Metro-Manila, die berühmt für ihre Banken und Hochhäuser ist. Eine solche farbenfrohe Ansicht hatte ich nicht erwartet. Leider habe ich keine Fotos davon, da ich viel zu müde war. Unser Flug wurde nämlich ca. 3h verschoben, so dass wir erst gegen kurz nach Mitternacht landeten.

Die Woche darauf lebten Malte und ich quasi alleine in dem Stadion der letzten Woche und hatten ziemlich viel Freiraum was unsere Planung anging. Wir trafen uns Nachmittags von 1-3 mit den anderen Freiwilligen in der Bibliothek und den Rest verbrachten wir mit Einkaufen und Schaufenstergucken in den großen Malls, um für Abends etwas kochen zu können.

Diese Woche startete dann eine neue Ära was unsere Unterkunft anging. Wir zogen bei den Mädchen ein, mit denen wir zusammen in der Bibliothek arbeiteten(Nina und Lui[se]). Die beiden haben ihre eigene Wohnung für das Jahr bekommen und verpflegen sich selber, da haben wir angefragt, ob es okay wäre, wenn wir die Woche noch mit einziehen, damit wir wenigstens eine Dusche und ein Klo haben. Und die beiden stimmten sofort ein. So zogen wir aus dem Stadion aus und wir bekamen die Info, dass wir Freitagabend in die Provinz fahren werden.

Nun ist es Freitagnacht. Es ist eigentlich, um genau zu sein, Samstag-morgen 3:30Uhr. Und wir sind immer noch hier. Weil, wie soll es anders sein, unsere Abfahrt auf Samstag-morgen verschoben wurde. Also habe ich noch ein paar wenige Stunden bis mein Bus fährt, der Koffer ist gepackt und ich muss nur duschen, dann kann es hoffentlich endlich losgehen!

Ich hoffe ich kann euch bald berichten, ob das mit morgen klappt oder nicht!
Stay tuned, Jan

UPDATE: JAAA! Ich bin da und es ist super! Hab schon Bilder, die ihr euch unter “Fotos” angucken könnt!